Archiv für Januar 1999

Casio BN-10 Business Navigator

Januar 1, 1999

1999 – Saturn – 250,00 DM (127,82 Euro)

Lange bevor ich meine ersten Palms und PocketPCs hatte, benutze ich diverse kleine Organizer. Der Casio Business Navigator war damals das absolute Flagschiff unter den Organizern und auch richtig teuer (ca. 500 DM). Als ein Nachfolger herauskam und zudem die ersten Handheld-PCs mit WindowsCE Betriebsystem auf der Bildfläche erschienen, fiel der Preis schlagartig und ich habe die Gelegenheit genutzt und ihn für 250 DM ergattert.

Der Speicher von 1 MB klingt für heutige Dimensionen reichlich mikrig aber für reinen Text ist das absolut ausreichend, da passt einiges rein. Zusätzliche Software kann man ohnehin nicht installieren, alle Anwendungen sind im Gerät „eingebaut“. In Jahren hatte ich nicht einen einzigen Absturz obwohl auf der Unterseite auch ein Reset-Knopf eingebaut ist. Zu den integrierten Anwendungen gehören ein Kalender mit To-Do-List und verschiedenen Jahres-, Wochen- und Tagesansichten, ein Adress- und Telefonbuch mit einer Unterteilung zwischen Privat- und Businesskontakten, ein Memopad in dem man Texte schreiben kann, eine brauchbare Tabellenkalkulation mit den wichtigsten Funktionen, eine Ausgaben- und Kontenverwaltung, Uhr- und Weltzeituhr und Taschenrechner. Mit Ausnahme der Tabellenkalkulation steht einem für alle Anwendungen ein geschützter Bereich zur Verfügung, der nur mit Passwort zugänglich ist. Zudem gibt es eine Mail- und Faxanwendung, das Modem ist aber ein optionales Zubehörteil ohne das man die entsprechende Anwendung auch garnicht erst starten kann.

Mitgeliefert ist ein Datensynchronisationskabel und die entsprechende Software, nur die Tabellenkalkulationsdaten kann man leider nicht mit dem PC austauschen. Der Synchronisationsvorgang ist genauso einfach wie bei einem Palm, einfach den Knopf am Stecker drücken und alles erledigt sich von alleine. Eine serielle Schnittstelle (COM-Port) ist erforderlich, die COM-Ports sterben ja scheinbar – wie die Diskettenlaufwerke – langsam aus, mein Notebook hat beides bereits nicht mehr.

Die Stromversorgung erfolgt wahlweise über zwei Mignon-Batterien oder jedes Handelsübliche Universalsteckernetzteil. Der Verbrauch des Gerätes ist allerdings so gering, dass man auf ein Netzteil getrost verzichten kann. Die Batterien vergammeln eher im Gerät bevor sie verbraucht sind, was ein riesen Vorteil gegenüber heutigen Geräten ist, wo Prozessor und Farbdisplay innerhalb von zwei Stunden einen Hochleistungsakku leersaugen.

Die Tastatur ist für ihre Größe super zu bedienen und erlaubt eine gute Schreibgeschwindigkeit, die nur durch zwei Eigenarten des BN-10 eingeschränkt wird: Die Eingabe von Umlauten ist etwas gewöhnungsbedürftig, da man zuerst die Taste ACC und dann die Pünktchen drücken muss und dann den Vokal aus dem ein Umlaut werden soll daruntersetzt. Wenn es schneller gehen soll, benutze ich einfach die Schreibweise mit e. Andere Sonderzeichen können – ähnlich wie am Handy beim SMS schreiben – aus einer Symbolliste ausgewählt und eingefügt werden. Das andere Manko ist, dass sich das sich die mögliche Eingabegeschwindigkeit mit zunehmender Textgröße verlangsamt. Ich fange dann einfach ab und zu mal eine neue Datei an.

Der Display ist zwar nicht beleuchtet oder beleuchtbar, bietet aber einen guten Kontrast und hat vor allem eine nicht spiegelnde Oberfläche. Der Speicher ist nicht flüchtig und bleibt auch ohne Stromversorgung immer erhalten, daran könnten sich andere Hersteller mit ihren ganzen Backup-Batterien und -Akkus mal ein Beispiel nehmen.

Fazit:
Betriebsdauer mit 2 Mignon Batterien ewig, gute Tastatur, entspiegelter Display, keine Abstürze, kein Datenverlust möglich, die ideale Schreibmaschine für unterwegs.