GPS-Navigationssystem mit Deutschlandkarte
06.12.2006, Expert Klein, 149 Euro

Da ich schon ein GPS-Navigationsradio im Auto habe und darüberhinaus noch ein kleines mobiles GPS, war ich eigentlich nicht auf der Suche nach einem weiteren Navigationsgerät. Aber da ich ja techniksüchtig bin und mir beim Durchblättern der Werbeprospekte der günstige Preis auffiel, konnte ich nicht anders als mir dieses Gerät auch noch zuzulegen. Schließlich ist es durch die Kartendarstellung auch eine Verbesserung zu meinem bisherigen GPS-Radio, welches mich nur durch Piktogramme durch den Verkehr lotste. Die Kartendarstellung erhöht doch ganz stark die – wie man in der Fliegerei sagt – „situational awareness“. Ich weiß was um mich herum ist und sehe auch Strassen durch die mich das Gerät nicht führt, die aber möglicherweise eine Alternative für mich darstellen könnten.
Im Lieferumfang ist eine SD-Speicherkarte mit Deutschlandkarte, ein Monatgearm mit Saugnapf für die Windschutzscheibe und ein Stromversorgungskabel fürs Auto (und nur fürs Auto!). Das Gerät hat auch einen eingebauten Akku, der für etwa 3,5 Stunden reicht. Aufgeladen werden kann dieser mangels Netzteil oder Ladegerät für zu Hause also auch nur im Auto. Der Akku ist sehr praktisch, denn so kann man sein Ziel zu Hause bereits programmieren und muss nicht im Auto damit anfangen. Etwas merkwürdig finde ich, dass es überhaupt keine Anzeige über den verbleiben Strom im Akku gibt.
Eine Besonderheit ist der Akku-Trennschalter: Auf Position 0 ist die Verbindung zum Akku getrennt, d.h. ohne externe Stromversorgung geht der Navman nicht an und der Akku wird bei bestehender externer Stromversorgung auch nicht geladen. Da man auf diese Weise unnütze Ladezyklen des Akkus vermeiden kann, gefällt mir diese Schalter sehr gut. Schade nur, dass er winzig klein und im Gerät versenkt ist. Man braucht also einen Kugelschreiber oder eine Büroklammer um ihn zu betätigen.
Die Bedienung ist intuitiv und kinderleicht. Noch am Parkplatz des Expert Marktes habe ich den Navman ausgepackt um ihn am Weg nach Hause einem ersten Test zu unterziehen. Saugnapfarm an die Windschutzscheibe, GPS-Antenne an der Rückseite vom Navman ausklappen, SD-Karte einlegen und einschalten. Der Start geht recht schnell, die Kartendaten werden eingelesen und dann muss man noch AKZEPTIEREN drücken unter einem Bildschirm voll Text den sowieso keiner liest. Jetzt wählt man Ort, Stadt, Strasse und Hausnummer. Will man keine Hausnummer eingeben so bringt einen der Navman einfach zur Strassenmitte. Das GPS-Signal hatte er sofort und der winzige aber unglaublich laute Lautsprecher fing sofort an diverse konfuse Anweisungen zu geben (ich habe mich bei der ersten Anweisung richtig erschrocken und die Lautstärke erstmal erheblich runtergedreht). Sobald ich den Parkplatz verlassen hatte, normalisierten sich die Ansagen. Bis zu Hause wurde die Route optimal angesagt, dabei zoomt die 3D-Karteneinstellung geschwindigkeits- abhängig bei langsamer Fahrt herein und bei schneller Fahrt heraus, was auch Sinn macht und sehr gut funktioniert. Unter der Karte wird die aktuelle Strasse und Hausnummer angezeigt. Am Ziel angekommen war meine Hausnummer zwar perfekt auf der richtigen Höhe, allerdings behauptete der Navman ich wohne auf der anderen Strassenseite. Irgendwo habe ich im Internet mal einen Artikel zu dem Gerät gelesen mit dem Titel „Das andere links“ und diese Probleme scheinen noch immer zu bestehen.
Ein paar Tage später bin ich von Siegen nach Eiserfeld gefahren, bin dann mal falsch abgebogen und während mein anderes Navi verzweifelt „bitte wenden“ rief, hatte der Navman blitzschnell eine neue Route berechnet, so dass ich einfach geradeaus weiterfahren konnte. Auch mein Ziel in Eiserfeld wurde exakt gefunden. Eher ernüchternd war dann die spätere Rückfahrt: Auf dem kompletten Weg versuchte der Navman erfolglos ein brauchbares GPS-Signal zu bekommen, Navigation war nicht möglich. Man fährt allerdings auch die komplette Strecke an einem Berg entlang, so dass einige GPS-Satelliten verdeckt werden und wenn der Berg aufhört, ist man schon zwischen hohen Häusern, da bekommen auch andere Navis schonmal Schwierigkeiten.
Der Navman hat KEINEN Touch-Screen wie viele andere Geräte, man vermisst ihn aber auch nicht. Zum einen ist der Display sehr klein und zum anderen ist die Bedienung auch ohne Touch-Screen sehr schnell. Die Tasten links und rechts unter dem Display haben kontextbezogen immer andere Funktionen, die dann direkt über den Tasten jeweils angezeigt werden, wie man es von vielen Handys kennt. Die Taste dazwischen bringt einen ins Menü.
Der Saugnapfarm ist nicht sehr stark und etwas vibrationsanfällig, zudem finde ich das System wie der Navman am Ende des Arms eingeklickt wird etwas fummelig und auch beim Abmachen muss man aufpassen, dass einem der Navman dabei nicht irgendwo unter den Beifahrersitz fliegt.
Das Angebot galt schon die ganze Woche, am Donnerstag war ich da und das Gerät aber noch immer nicht geliefert. Am Freitag habe ich geschlagene drei Stunden versucht telefonisch in Erfahrung zu bringen, ob der Navman nun da sei. Die Zentrale gab mir die Durchwahl der Abteilung, nachdem der Versuch mich zu verbinden fehlschlagen war. Dort habe ich dann quasi ununterbrochen klingeln lassen und schließlich habe ich wieder die Zentralnummer angerufen und die Dame dort beauftragt mal rüber in die Abteilung zu gehen. Dort wollte sie dann meine Nummer hinterlassen damit man mich zurückriefe. Als ich schließlich die Geduld verloren habe und hingefahren bin, sah ich in der Abteilung tatsächlich meine Nummer auf einem Zettel am Tisch liegen aber ich frage mich wieviele Stunden später man mich vielleicht mal angerufen hätte.
Der Navman bringt einen (mit der mitgelieferten Karte innerhalb Deutschlands) präzise ans Ziel und das zu einem sehr günstigen Anschaffungspreis. Er kann navigieren, sonst aber nichts. Der Display könnte größer sein.

